Projekt: Verbesserung der Beratung pflegender Angehöriger von Demenzkranken durch Einsatz einer strukturierten Analyse

 

Hintergrund:

Die Betreuung von Demenzkranken stellt eine erhebliche Belastung für die pflegenden Angehörigen dar. Dies gilt gerade im häuslichen Umfeld – es ist aber erklärtes Ziel aller Bemühungen, daß die Erkrankten solange wie möglich in ihrem häuslichen Umfeld bleiben sollen.

Die Zahl der Demenzkranken wird entsprechend den demographischen Veränderungen in den nächsten Jahren stark ansteigen. Die Zahl der zur Verfügung stehenden jüngeren Menschen wird dagegen weniger.

Die Unterstützung der pflegenden Angehörigen stellt bereits heute den entscheiden Punkt in der häuslichen Versorgung von Demenzkranken dar und wird in Zukunft noch ganz erheblich an Bedeutung gewinnen.

Diesem Aspekt wird derzeit noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die Alzheimer-Gesellschaften widmen sich dieser Thematik. Dienstleister im Gesundheitsbereich sehen die Problematik in erster Linie unter dem Aspekt des eigenen Leistungsangebotes. In der Medizin kommt dieser Aspekt viel  zu kurz, er stellt bei Demenzkranken aber auch aus ärztlicher Sicht einen zentralen Punkt dar, was sich auch dadurch ausdrückt, daß hieraus teilweise therapeutische Ziele abzuleiten sind. Auch die Auswirkungen der therapeutischen Maßnahmen - einschließlich medikamentöser Therapie - auf diesen Bereich sind wichtig. Allerdings ist die standardisierte Erhebung der Angehörigenbelastung bislang noch kaum Bestandteil des Routine-Managements vor Ort.

 

 

Ansatz des Projektes:

Ein im Geriatrie-Zentrum Vechta-Lohne entwickeltes Erhebungsinstrument zur Erfassung der Belastung pflegender Angehöriger soll durch das Angebot der AGLD in möglichst großem Umfang den Betroffenen zugänglich gemacht werden. Auf der Grundlage einer Analyse sollen dann individuelle Handlungsempfehlungen mit den Angehörigen erarbeitet werden. Einsatz und Ergebnisse werden wissenschaftlich verfolgt und aufgearbeitet.

 

 

Wie läuft es praktisch ab?

Der erste Schritt ist die Kontaktaufnahme pflegender Angehöriger mit der Alzheimer Gesellschaft. Dieser kann telefonisch erfolgen oder persönlich durch Aufsuchen der vor Ort bekannt gemachten Anlaufstellen.

Der eigentliche Beratungstermin dauert meistens circa eine gute Stunde. Zunächst findet ein Vorgespräch statt, in dem entschieden wird, ob überhaupt eine Situation vorliegt, in der das oben skizzierte Beratungsangebot sinnvoll ist.

Darauf erhalten die Angehörigen zwei Fragebögen:

a)      den NOSGER-Fragebogen (hierbei geht es um eine Bestandsaufnahme der Beobachtungen der pflegenden Angehörigen bei der betroffenen Person) und

b)      den CBS-Fragebogen (hierbei geht es um die Belastung der pflegenden Angehörigen selber; und zwar in zeitlicher Hinsicht, aber auch im Hinblick auf den resultierenden Stress und auch im Hinblick darauf, wie fordernd die pflegerische Betreuung empfunden wird).

Die Fragebögen existieren sowohl als Version auf Papier, so dass sie ausgefüllt werden können, als auch in Form einer PC-gestützten Abfrage. Letztere hat den Vorteil, dass die Auswertung erheblich erleichtert wird, weil die auf dem Papier dokumentierten Antworten nicht erst noch zusätzlich in den PC mit seiner Datenbank übertragen werden müssen. Welcher Weg der Befragung im Einzelfall gewählt wird, hängt in erster Linie damit zusammen, ob der Befragte in der Lage und willens ist, die Befragung am PC durchzuführen.

Während der Befragung ist die Beraterin der AGLD anwesend und kann gegebenenfalls Hilfestellung in Form von Erläuterungen zu den einzelnen Fragen leisten.

Nach Abschluss dieses Schrittes erfolgt die Auswertung auf dem PC per Knopfdruck. Die Ergebnisse liegen in Form grafischer Darstellungen unmittelbar vor. Sie werden mit den Angehörigen ausführlich besprochen.

Die pflegenden Angehörigen erhalten eine Rückmeldung über ihre Betreuungsbelastung. Allein dies stellt oft eine erhebliche Entlastung dar. Zusätzlich können aus dem NOSGER Rückschlüsse auf diejenigen Bereiche gezogen werden, die besonders zu dieser Belastung beitragen. Auf dieser Grundlage können Empfehlungen für das weitere Vorgehen abgeleitet werden (z.B.: Teilnahme an Schulungen für pflegende Angehörige, Einholen psychologischer Unterstützung, Beratung und Informationsangebote bei speziellen häuslichen Problemsituationen wie Aggression, Unruhe, Teilnahmslosigkeit usw. Außerdem kann auf Entlastungsangebote hingewiesen werden und oft professionelle Unterstützung angeraten werden.)

 


 

Die Fragebögen

 

a)    NOSGER

 

 

 

  

 

 

 

b) CBS (Pflegebelastung)

 

Wie haben sich seit Beginn der Betreuung/Pflege die folgenden Dinge in Ihrem Leben verändert?

 

 

viel weniger

etwas weniger

gleich viel

etwas mehr

viel mehr

nein oder nicht beurteilbar

Wie ist es mit Ihrer Zeit (nur) für sich?

 

 

 

 

 

 

Haben Sie Streß in der Beziehung zu dem von Ihnen betreuten Angehörigen?

 

 

 

 

 

 

Haben Sie Ihre eigene Privatsphäre?

 

 

 

 

 

 

Gibt es Versuche Ihres Angehörigen Sie zu manipulieren?

 

 

 

 

 

 

Haben Sie Zeit für der Erholung dienende Aktivitäten?

 

 

 

 

 

 

Möchte Ihr Angehöriger unvernünftige Dinge von Ihnen?

 

 

 

 

 

 

Haben Sie Anspannung in Ihrem Leben?

 

 

 

 

 

 

Haben Sie Freizeitaktivitäten und verreisen Sie?

 

 

 

 

 

 

Sind Sie nervös und bedrückt wegen der Beziehung zu Ihrem Angehörigen (haben Sie ein „schlechtes Gewissen“)?

 

 

 

 

 

 

Haben Sie das Gefühlt, daß Sie von Ihrem Angehörigen ausgenutzt werden?

 

 

 

 

 

 

Haben Sie Zeit, Ihre eigene Arbeit und Tagesdinge zu erledigen?

 

 

 

 

 

 

Verlangt Ihr Angehöriger mehr von Ihnen als er eigentlich braucht?

 

 

 

 

 

 

Sind Sie beunruhigt oder ängstlich?

 

 

 

 

 

 

Haben Sie Zeit für Ihre Freunde und Kontakte?

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 c)     PC-Version

 

 

 


 

Die Auswertung

 

CBS (Pflegebelastung):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

NOSGER: